The National Times - US-Defizit im Außenhandel im Februar knapp unter Rekordhoch

US-Defizit im Außenhandel im Februar knapp unter Rekordhoch


US-Defizit im Außenhandel im Februar knapp unter Rekordhoch
US-Defizit im Außenhandel im Februar knapp unter Rekordhoch / Foto: © AFP/Archiv

Das Außenhandelsdefizit der USA hat sich im Februar verringert, bleibt aber auf sehr hohem Niveau. Wie das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte, überstieg der Wert der Importe den der Exporte im Februar um 122,7 Milliarden US-Dollar (gut 113 Milliarden Euro). Das Defizit sank gegenüber dem Vormonat zwar etwas, liegt aber weiter nahe dem Rekordwert von gut 130 Milliarden Dollar vom Januar.

Textgröße ändern:

US-Präsident Donald Trump begründet mit dem hohen Außenhandelsdefizit die weltweiten Zölle von mindestens zehn Prozent, die er am Mittwoch verkündet hatte. Er gibt an, die internationalen Handelspartner würden die Vereinigten Staaten mit ihren Ausfuhren "über den Tisch ziehen". Mit den US-Vergeltungszöllen will er die Importe aus dem Ausland drücken und mehr Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten schaffen.

Im Februar importierten die USA den Ministeriumsangaben zufolge Waren und Dienstleistungen im Wert von 401,1 Milliarden Dollar. Die Ausfuhren stiegen um rund acht Milliarden Dollar auf 278,5 Milliarden Dollar. Unter anderem zogen die Exporte von Autos und Autoteilen aus den USA an.

Das Außenhandelsdefizit verringerte sich dadurch zwar um 6,1 Prozent im Vergleich zum Januar, lag aber fast doppelt so hoch wie im Februar 2024. Experten erklären dies damit, dass US-Importeure aufgrund der wiederholten Zolldrohungen Trumps nach seiner Wahl im November noch schnell die Lager gefüllt haben, bevor die neuen Aufschläge in Kraft treten.

Der US-Ökonom Matthew Martin von der Beratergesellschaft Oxford Economics rechnet nun mit einer Phase der Unsicherheit und einem kurzfristigen Importrückgang. In den kommenden zwei bis drei Jahren könnten die Einfuhren in die USA nach Einschätzung von Oxford Economics um 15 Prozent sinken.

P.Murphy--TNT

Empfohlen

Warnungen vor Digitalsteuer als Vergeltung für Trumps Zölle

Bei der Suche nach einer Antwort auf die aggressive Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump werden die Rufe nach einem Vorgehen gegen die großen US-Tech-Konzerne lauter, Experten warnen jedoch vor vorschnellen Maßnahmen. "Insbesondere bei einer Digitalsteuer würden die Zeche eines solchen in den digitalen Raum verlagerten Handelskrieges dann die hiesigen Unternehmen, Verwaltungen und Bürgerinnen und Bürger zahlen", erklärte der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Ralf Wintergerst, am Freitag.

Scheidender Ostbeauftragter fordert mehr Beachtung für strukturschwache Regionen

Der scheidende Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), hat mehr Beachtung und mehr Geld für strukturschwache Regionen in ganz Deutschland gefordert. Gleichwertige Lebensverhältnisse seien ein gesamtdeutsches Thema, sagte er am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Er schloss sich gleichzeitig der Forderung der Ost-Ministerpräsidenten an, seinen Posten künftig beizubehalten. Aus der Union kamen Forderungen nach drei Kabinettsposten für Ostdeutsche in der künftigen Regierung.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen für Rückkehr zur Atomkraft

Die Mehrheit der Deutschen hat sich in einer Umfrage für die Rückkehr zur Atomkraft ausgesprochen. 55 Prozent befürworteten in der am Freitag veröffentlichten Erhebung für das Verbraucherportal Verivox den Wiedereinstieg in die Kernenergie. 36 Prozent lehnten das ab, neun Prozent waren unentschieden. Besonders stark ist die Zustimmung zur Kernenergie bei Männern (62 Prozent) ausgeprägt, bei Frauen sind nur 47 Prozent dafür.

Schockwelle durch Trumps Zölle erfasst weiterhin die Weltmärkte

Auch am zweiten Tag nach der jüngsten, umfassenden Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump kommen die Märkte nicht zur Ruhe. In Erwartung weiterer Reaktionen der Handelspartner der USA gaben die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Freitag im frühen Handel weiter nach. Die Unsicherheit ist laut Analysten "so groß wie nie". Der US-Präsident zeigte sich zufrieden, sein Vizepräsident JD Vance sprach von einem "Übergang", den die Wirtschaft zu durchlaufen habe.

Textgröße ändern: